Trump hält Verstrickung Putins in Attentate für möglich

President Donald Trump pauses while speaking at a rally at Alumni Coliseum in Richmond, Ky., Saturday, Oct. 13, 2018. (AP Photo/Andrew Harnik)

Ob er zustimme, dass Russlands Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei, wollte eine Journalistin von Donald Trump wissen. Seine Antwort: „Wahrscheinlich ist er es, ja.“

US-Präsident Donald Trump hält eine Verstrickung von Kremlchef Wladimir Putin in Attentate für möglich. Trump sagte dem US-Sender CBS auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei: „Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich.“ Er fügte hinzu: „Natürlich sollten sie das nicht tun.“

Das Interview in der Sendung „60 Minutes“ wurde am Sonntagabend ausgestrahlt. Trump sagt darin auch, im persönlichen Umgang mit Putin trete er „sehr hart“ auf. Der US-Präsident reagierte damit auf Kritik, die nach seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin im Juli aufgekommen war: Trump hatte sich dabei nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden gestellt, die Russland Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 vorwerfen.

In dem Interview mit CBS-Moderatorin Lesley Stahl sagte Trump nun, die Russen hätten sich eingemischt. „Aber ich denke, dass China sich auch eingemischt hat.“ Er halte China für das „größere Problem“. Der Präsident fügte hinzu: „Ich sage Russland, aber ich sage auch China.“

Der frühere Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija waren im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und nur knapp dem Tod entkommen. Großbritannien macht russische Agenten für den Giftanschlag verantwortlich.

Die USA, Deutschland, Frankreich und Kanada hatten im vergangenen Monat erklärt, dass sie den britischen Ermittlungsergebnissen voll vertrauten. Diese Ergebnisse beinhalten auch, dass „diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde“. Russland dementiert jede Verantwortung für den Anschlag.

Trump über Nordkorea, China, Mueller, Mattis – und den Klimawandel

Trump kam in dem Interview auch auf seine Beziehung zu anderen Staatsführern zu sprechen. Er verstehe sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sehr gut, sagte er beispielweise. Die Chemie zwischen ihnen beiden stimme. Er wisse zwar um die Menschenrechtsverletzungen, die sich in Nordkorea zutragen würden, sagte Trump. „Ich bin kein Baby. Ich weiß über diese Dinge Bescheid.“ Aber man solle bedenken, dass es seit der Annäherung an Kim keine Drohgebärden aus Nordkorea mehr gebe.

Bezogen auf China sagte Trump, er erwäge möglicherweise noch weitere Sanktionen im Handelskrieg. Er bekräftigte zudem erneut, dass er nicht jedem Mitarbeiter im Weißen Haus traue. Und die Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller in der Russlandaffäre nannte Trump einmal mehr „unfair, denn es gab keinerlei Zusammenarbeit“. Mueller untersucht unter anderem, ob es im Wahlkampf Absprachen zwischen der russischen Seite und dem Trump-Team gab.

Gefragt, ob er glaube, dass sein Verteidigungsminister James Mattis die Regierung verlassen könnte, sagte Trump: „Es könnte sein, dass er es tut.“ Er fügte hinzu: „Ich glaube, er ist eine Art Demokrat, wenn Sie die Wahrheit hören wollen. Aber General Mattis ist ein guter Kerl. Wir kommen gut aus miteinander. Er könnte gehen. Irgendwann geht jeder.“

Auch zum Thema Klimawandel wurde Trump befragt – er hatte in der Vergangenheit öffentlich bezweifelt, dass es ihn gebe. „Ich bestreite Klimawandel nicht“, sagte Trump nun. „Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen.“ Er wisse zudem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. „Wissenschaftler haben eine politische Agenda“, sagte Trump. Er betonte auch, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.